Essenz Lebens Design

Der ELD-Prozess

Im Essenz Lebens Design (ELD) geht es darum Menschen, Gruppen und gemeinschaftliche Assoziationen mit Ihrer inneren, essenziellen Sinn- und Werteebene in Kontakt treten zu lassen, um von dort aus gemeinsam mit anderen ko-kreativ, lust- und freudvoll in der Welt zukunftsorientiert zu wirken.

Der ELD-Prozess hat mit einer neuen kulturellen Geschichte des Verbunden-Seins zu tun. In jeder Lebensbeziehung wird danach gefragt: Wo und Wie entsteht Verbundenheit? Dadurch wird der Blick immer tiefer. Die Wunden - persönliche wie kollektive - werden sichtbar, die uns daran hindern, zu vertrauen, uns zu verbinden und dauerhaft in Verbundenheit zu leben und zu wirken

Im Zentrum steht dabei immer die Frage: Wer bin ich? Was macht mich aus? Was heißt es eigentlich, Mensch zu sein? Die Wunde, die wir auf dieser Ebene haben, ist der Verlust unseres inneren Raumes. Diesen müssen wir als erstes wieder entdecken. Rilke hat einmal gesagt: "Der Weltinnenraum ist einer, der offen ist, durch den die Vögel ziehen".

Wir brauchen Handwerkzeuge, Zugänge, Schlüssel, um den inneren Raum zu öffnen und wieder zu betreten und haben dafür viele Möglichkeiten: Meditationen, Kontemplationen, Bewusstseins- und Körperübungen.
Es entstehen als Qualitäten dabei meist ganz organisch: konzeptfreie, entspannte Präsenz, Bewusstseinsweite und Allverbundenheit, die das Leben in der Tiefe fühlt.

Die 4 Lebensfelder eines "Wir"

Aus der intensiven Beschäftigung mit der "Ich-Du-Ebene" kann ein tieferes WIR entstehen. Das nach innen gerichtete Wir wird von Werten wie Verlässlichkeit, Resonanz, Synergie getragen. Diese WIR-Werte sind die gemeinsame Ressource der Gruppe, an die sie sich z.B. durch Gewaltfreie Kommunikation (GFK) immer wieder andocken kann. Die Wunde, die auf dieser Ebene geheilt werden muss, ist die des Narzissmus: alle oder einzelne kreisen um ihre eigenen Themen.
In den Mittelpunkt rückt hier die Auseinandersetzung mit den Fragen: Was können wir uns geben, was wir uns bisher nicht gegeben haben? Was hindert uns daran, das zu tun? Die Kraft des richtigen Fragens, d.h. die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt zu stellen, ist einer der wirksamsten Impulse in dem ELD-Prozess.

Ein "Wir" das im Außen handelt

7 Ebenen unseres Menschseins

Im ELD unterscheiden wir sehr deutlich vier Lebensfelder, die sich um dieses Zentrum gruppieren, wobei das erste in das nächste, dieses in das übernächste etc. holonisch integriert ist.

Das erste ist die "Ich-Du-Ebene", die wichtig wird, wenn wir ein Projekt kreieren wollen und die in vielen handlungsorientierten Gruppen oft vernachlässigt wird. Wir müssen uns fragen, was sind eigentlich unsere gemeinsamen Werte? Wie z.B. Offenheit, Vertrauen, Respekt, Ehrlichkeit, Mitgefühl, Achtsamkeit, Verbindlichkeit. Wir können sie in einem Werte-Dokument festhalten, um uns bei Schwierigkeiten an unseren "purpose" unsere Ausrichtung auf unsere gemeinsamen Werte zu erinnern. Auf dieser Ebene gibt es die Wunde der "Vermeidungstrance", ein Schrumpfen unserer Aufmerksamkeit, die sich reduziert auf die ganz persönlichen Themen und Nöte und das Gegenüber kaum wahrnimmt. Wir verfolgen unser Projekt mit einem Tunnelblick, ohne uns für unser Gegenüber zu öffnen und uns mit ihm auf einer tieferen Ebene zu verbinden.

Ein nach Innen gerichtetes Wir-Feld

Hat das nach Innen gerichtete WIR seinen Wertefokus und seine innere Kraft gefunden, dann will es nach außen sichtbar werden und wirken. Das nach Aussen gerichtete WIR stellt sich der Frage: Was können wir der Welt geben? Wo können wir Unterstützung geben, wo finden wir diese? Die zu heilenden Wunde besteht in der Versuchung zur Polarisierung, die eigene Gruppe gegenüber anderen hervorzuheben, ihr Vorteile zu verschaffen statt Win-Win-Situationen anzustreben.

 

Jedes WIR ist immer eingebettet in etwas Größerem, z. B. der Welt, der Erde, der Natur, dem Kosmos. Wir sind Teile von etwas Größerem, auch wenn uns das oft nicht bewusst ist. Die Wunde ist hier das Entwurzeltsein. Mit tiefenökologischen Übungen (wie z.B. dem Earth Forum nach Shelley Sacks) und Ritualen aus der orgodynamischen Bewusssteinsarbeit können wir unsere Verbindung mit der Erde wieder beleben.


Wenn wir uns durch diese vier Felder bewegt haben erleben wir die Qualität von Selbstwirksamkeit und gemeinschaftlicher Kreativität. Wir unterstützen uns gegenseitig für etwas Größeres. Das Universum ist nicht länger ein Räderwerk, in dem ich funktioniere, sondern das Leben ist ein fließender Prozess, wo Synergie, Kooperation, Verbundenheit passiert, wo Freude und Vertrauen anfangen. Wir sind nicht länger Räder in einem automatischen, lebensfeindlichem Getriebe, sondern wir sind Impulse, Impulsgeber. Und als solche wachsen wir über uns hinaus und werden zu kraftvollen Mit-Gestaltern von einer Welt, die unser Herz schon kennt, und in der Wunder möglich werden können - zum Wohle aller.


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Einen Artikel zum Thema Essenz-Lebens-Design veröffentlicht in der Zeitschrift OYA, Nr.27 finden Sie hier zum Download
ELD Artikel final OYA 27.pdf
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